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Songs zu schreiben ist für Toby Whyle eine Selbstverständlichkeit, im Musikkosmos ist er seit langer Zeit ein bekanntes Gesicht. Neu ist aber die Erkenntnis, dass Songwriting für ihn einer der wenigen Wege ist, die grelle, schnelllebige Außenwelt auszublenden, zu verarbeiten. Angetrieben von einem Verlangen, wieder etwas zu schaffen, zu kreieren, fing er an, neue Songs zu schreiben. Und auf einmal war es wieder da, dieses Gefühl die Zeit scheinbar anhalten zu können.

Auf diese Art schafft sich der Songwriter, Sänger und Gitarrist selber Bewegungsfreiheit, gewinnt Abstand. “Jeder Song ist für mich ein leerer Raum, und ich such mir selber aus, wie ich ihn einrichte. Manchmal ist er komplett vollgeräumt, dann wieder fast leer.”, sagt Toby über seinen Zugang zum Songwriting. Melodien zu finden, Texte zu schreiben ist für ihn einfach seine Art, mit Situationen in denen er sich findet umzugehen. Seine Songs wollen Menschen in verschiedensten Lebenslagen abholen und inspirieren, weil sie von seiner Seite ebenfalls aus unterschiedlichen Befindlichkeiten kommen.

Eine zentrale Rolle spielt für ihn dabei Ästhetik und Qualität: vom Songwriting über die Produktion bis hin zur visuellen Komponente ist es sein Anspruch, hochwertige und besondere Musik zu schaffen, die Menschen mitreißt und begeistert, die eine gewisse Energie transportiert, ein bestimmtes Gefühl vermittelt.

Photo: Irina Gavrich

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Die beiden Künstlerinnen Lisa Hofmaninger und Judith Schwarz, die seit einigen Jahren sehr erfolgreich zusammenarbeiten, widmen sich der Urform des Aufeinandertreffens orientalischer Klänge. Ähnlich wie bei den traditionellen Davul-Zurna-Ensembles, die im gesamten orientalischen Raum verbreitet sind, treffen "Blasen" und "Schlagen" aufeinander: Vor dem Hintergrund einer Architektur der fernöstlichen Vergangenheit finden Sopransaxophon und Schlagzeug, Bassklarinette und Schlitztrommel in den zeitgenössischen Dialog und die außergewöhnliche Interpretation der beiden Musiker.

Das Ausgangsmaterial für das gemeinsame Erklingen der Musiker sind eigene Kompositionen, Stimmungsbilder und Geschichten, die jedoch immer auf die Akustik und Atmosphäre des Ortes abgestimmt sind. Die Verliebtheit in den Klang und die kindliche Freude am Experimentieren mit den Instrumenten bilden die Essenz dieses Ensembles, das den Zuhörer letztlich in seinen Bann ziehen soll.

Fotocredits: Michele Yves Pauty

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Hinter Matte/Glossy verbirgt sich Violeta, eine ehemalige Punksängerin mit klassischer Gesangsausbildung, die 2017 in Wien Matte/Glossy mit der Absicht gründet, das Produzieren von Popsongs in Eigenregie zu lernen. selbst zu produzieren. Sie bietet den zeitgenössischen Prototyp einer Selfmade-Musikerin, die im und produziert in ihrem Schlafzimmer. Sie kreiert fremdartige Popsongs, kurz und unvorhersehbar, in denen alle Protagonisten von der Lyrik ihrer Stimme getragen werden, umgeben von Schichten von Harmonien und Dissonanzen.

Foto Credits: Lucia Pugena

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Da wo die klassischen Ideen des Indie-Rock-Revivals an kommerzielle Grenzen stoßen, fangen SIAMESE ELEPHANTSan ihr eigenes Süppchen zu kochen. Gewürzt mit Reminiszenzen an Garage-Rock, Funk, Discound den besten Momenten britischer Bandgrößen der 2000er, machen die vier Wiener Gitarrenmusik ohne Schnickschnack –dafür aber mit viel Authentizität und einer Lust am Unkonventionellen.Dieses Denken und Tunbrachte den vier Jungs mittlerweile nicht nur heimische Erfolge ein, sondern auchinternationaleRadiochartplatzierungen und Konzerte von Paris bis hin zum renommierten Reeperbahnfestival in Hamburg.Die millionfachgestreamte Single „Dancing in the City“ ihrer EP „About Astronauts“(2019) sorgte für gespannte Ohren, als die BandihrDebut-Albummit der Welt teilte.„What Happened At The Social Club?“(2021)ist eine nicht ganz unironische Verhandlung des Status Quo, in dem eine Generation zwischen Instagram und Optimierungswahn festhängt.Dabeischaffen Siamese Elephantsihren eigenen Sound in gleichem Maße konsistent und abenteuerlustig zu gestalten, vermählen verspielt die Vergangenheit mit einem skeptischen Blick auf die Zukunft.(Text by Seayou Records & Reeperbahnfestival) Bild: Julia Elzea

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Pauls Jets (auch die Jets genannt) tauchen relativ plötzlich im zweiten Drittel der 2010er Jahre in Wien auf. Bald schon ist der seltsame Sound der Band, die irgendwie nicht so richtig produziert klingt, eine kleine neue Größe in der österreichischen Musiklandschaft. FM4 spielt Songs wie "Diese Villa ist verlassen" und "Üben üben üben", die Jets treten mit dem Song "Ich komme in den Park" in der bekannten Fernsehshow "Willkommen Österreich" auf. Doch was wollen die Jets eigentlich? But why? Das 2019 erschienene Album "Alle Songs bisher" gibt darauf zwar keine richtige Antwort, legt aber mit 16 Tracks ein Plädoyer gegen die Kleinkariertheit des Indie-Pops hin, oder wirft es hin, eher. Dada trifft auf Pathos, Ansagen wie "Wo stehst du mit deiner Kunst , Baby" auf Pop Perlen wie das Slacker-Liebeslied "22703". Schön, dass das Debut vom Musikexpress die seltene Höchstwertung von 6/6 erhält und in die österreichischen Albumcharts einsteigt. Es sind weniger die Inhalte als die Kontraste, die die Band kreiert; da sind Popsongs, die den Pop bedienen als auch unterwandern wollen… Das zweite Album „Highlights zum Einschlafen“ (2020) zeichnet mit Titeln wie „Blizzard“ oder „Die dunklen Prinzessinnen der Nacht“ ein etwas düstereres Bild, das gar nicht so schlecht zur ebenso wenig hoffnungsvollen Coronazeit und dem damit verbundenen Rückzug ins Private passt.  Mit der neuen Single „Jazzfest“ (2021) und dem Signing beim Berliner Label Staatsakt schlagen die Jets eine neue Richtung ein und kündigen ein drittes Album für 2022 an. Die Jets sind Romy Jakovcic, Paul Buschnegg, Xavier Plus und Kilian Hanappi (seit 2021).

Fotocredits: Natalie Grebe